Allgemein · Gedanken und Geschichten

Und plötzlich kommen die Erinnerungen… als ich meine große Liebe kennenlernte!

Nun ist es ja nicht mehr lange hin, bis unsere No.2 kommt… also mehr oder weniger noch sieben Wochen und plötzlich kommen all die Erinnerungen wieder hoch… wie das alles bei Mia war!

☆☆☆

Mein Gott, wie die Zeit verfliegt und nun wird bei uns schon über Kleidung diskutiert, wilde Geschichten erzählt (oh ja… Phantasie hat sie für zwei 😉 ) und sie ist schon so groß… und endlich begreife ich, warum ich für meine Eltern immer die „kleine Jule“ bleiben werde.

Denn Mia ist doch eigentlich noch so klein… auch wenn sie groß und „auf Zack“ ist… da kommen jetzt Gedanken hoch, wie wird sie das wohl alles meistern mit No.2 !?
Wie werde ich das meistern!?… Aber ich schweife ab…

Eigentlich wollte ich Euch vom tollsten Tag meines Lebens erzählen…der 11.06.2012…

☆☆☆

Alles begann aber schon einen Tag früher… fast drei Wochen „liegen“ sollte ich vorher… da der Muttermund sich schon so verkürzt hatte (auf Grund der OP und vom vielen Arbeiten) und meine Ärztin wollte mich gerne bis in die 35. Woche bekommen…
… oh und Ruhe halten war so schwer… gerade gebaut und umgezogen, tolles Wetter, EM gucken und und und… aber als mein bester Freund und Arzt uns zum Spanier einlud, um das Spiel Spanien/Italien anzuschauen, war ich gar nicht begeistert… ach irgendwie wäre ich am liebsten liegen geblieben…
… aber nur so ein Gefühl…ach was soll’s… endlich mal raus und da ich schon 34+3 war…
… Beim Spanier war es voll, heiß und irgendwie war ich nicht so recht glücklich dort… ich nahm auf einem, durch seine Lederjacke freigehaltenen Barhocker platz und verfolgte Spiel und Gespräche… da kam mir meine schwangerschaftsgeplagte Blase recht… ich watschelte zum Klo… und dann… au weia… Ein Schwall… es hörte gar nicht mehr auf… die Fruchtblase!?… Nein, konnte nicht sein… war doch viel zu früh… aber man hört ja viel über diese Inkontinenz, ja, das musste es sein!…
…ich zog mich wieder an. Zum Glück hatte ich ’ne schwarze Leggings und ’n langen Cardigan an… da sieht man Flecken nicht so… denn es lief und lief…

… Nachdem ich mich von allen freundlich verabschiedet hatte und dem Kellner sehr bestimmt klar machte, dass ich die Rechnung nicht „gleich“, sondern gerne „jetzt“ hätte, gingen wir nach draußen!… Wo ich meinen besorgten Mann („Hast Du Kreislauf… geht’s Dir nicht gut!?“) klar machte, dass er wohl jetzt ne inkontinente Frau hat und wir aber mal vorsichtshalber ins Krankenhaus fahren sollten… dank Umzug hatten wir noch ne Transportdecke im Auto… denn meine größte Sorge in dem Moment war… „ich sau‘ die Sitze sonst ja ein“.

Während mein Mann einen Parkplatz suchte… watschelte ich, in inzwischen völligdurchnässten Ballerinas, zum Kreissaal, …wo ich schon fast empört war, da die Hebamme, ohne mich zu untersuchen, feststellte…“ ja dann war das wohl die Fruchtblase“… wie konnte die das denn wissen… vielleicht war ich doch „nur inkontinent“ … ich war doch noch gar nicht soweit…

…“Geburtstagsvorbereitungskurs ist nächste Woche, Babybauchshooting am Mittwoch und die Kliniktasche ist auch noch nicht gepackt und ich hab doch auch noch fast 6 Wochen Zeit!“…

…das sah ich so… aber Mia wohl nicht!

Da sonst aber noch nichts akutes war, kam ich auf ein Zimmer der Entbindungsstation und musste mich von dem Schreck erstmal erholen… ich bekam wohl jetzt irgendwann oder morgen ein Kind…

… als ich am nächsten morgen um 6.30 aufwachte, war es soweit… was ich immer noch nicht so ganz realisierte, als ich nach der Schwester klingelte, um mir mal was gegen die Schmerzen geben zu lassen… die mich dann untersuchte und feststellte, dass es jetzt losgehen würde und ich mal meinen Mann anrufen sollte.

Was ich!?… ich konnte kaum atmen vor Schmerz, da sollte ich selbst telefonieren… (Im Film läuft das doch immer anders oder!?)

Eine halbe Stunde später, traf mein Mann im Kreissaal ein und die Hebamme versicherte mir, dass wir das alles hingekommen… da ich ihr vorher erzählte, dass ich keine Ahnung vom atmen, pressen und gebären im Allgemeinen hatte… denn DER KURS IST DOCH ERST NÄCHSTE WOCHE!!!

Da die EM scheinbar nicht nur bei mir geburtsfördende Wirkung zeigte, war die Hebamme echt im Stress… kaum war sie da, war sie auch schon wieder weg… „und nun … oh eine Wehe… aber ich presse lieber nicht… es ist doch keiner da… und nachher kommt das Kind… ich warte lieber noch ein bisschen…!“

Da war sie wieder…

„Oh… man hört doch so viel über PDA… so eine hätte ich jetzt gerne…“ nachdem ich den Aufklärungsbogen (nicht) gelesen… (steht doch eh überall das selbe) aber unterschrieben hatte, erklärte mir die Hebamme, dass es nun zu spät sei…da der Muttermund zu weit geöffnet ist.

Ruhig und freundlich entschuldigte ich mich bei ihr vorab und sagte ihr, dass ich sie nun leider hassen müsste… was sie mit einem Lächeln und einem „Ist schon okay“ beantwortete.

Ein großes Kompliment geht auch nochmal an meinen Mann… der mir ab und zu die Hand reichte und einfach neben mir stand… denn in diesem Moment brauchte ich gar nicht mehr, außer zu wissen, dass er da ist…an meiner Seite.

So… und nun schien es loszugehen… die Hebamme wuselte um mich herum… holte den Chefarzt (wg der privaten Zusatzversicherung)… der gelangweilt mit einer Studentin vor mir Platz nahm… und ich bin mir sicher, hätte er ein Handy zu Hand gehabt… hätte er noch „Candy Crush“ gespielt.

Und dann war es nicht so schön…
…pressen, pressen, pressen…

…und dann war sie da… ICH HATTE EIN KIND… und sie schrie…mit zehn Fingern und zehn Zehen… und sie war so winzig… und ich hatte sie geboren… und obwohl wir uns noch nicht wirklich kannten, wusste ich vom ersten Augenblick an… Das ist meine große Liebe!

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