Allgemein · Mütter wie Du & ich - Gastbeiträge

Gastbeitrag von Kati „Ich bin Mama und ich bin dankbar dafür“ 

Heute möchte ich mit einer neuen Reihe beginnen…

„Mütter wie Du und ich“

…denn es gibt so viele tolle und interessante Muttis, die ich kenne und Euch gerne vorstellen würde… Mütter die vielleicht etwas Besonderes erlebt haben oder einfach aus ihrem Alltag berichten!

☆☆☆

Den Anfang macht Kati von der Instagramseite mylittlekanuti  (Wo sie uns an ihrem Alltag mit ihrem kleinen „Wunder“ Pia teilhaben lässt!) … ich habe sie in Marlene’s PeKip – Kurs kennengelernt und gleich gedacht, dass ihre Geschichte vielleicht auch der ein oder anderen von Euch aus dem Herzen spricht… denn oft ist der Weg zum Muttersein sehr steinig und ich bin froh, dass Kati so offen darüber berichtet!

☆☆☆

Ich bin Mama und ich bin dankbar dafür!

Wenn ich diese kleinen Händchen halte, dieses süße Lächeln höre und sehe oder mal wieder trösten darf, weil ein Schub oder die Zähne anstehen, bin ich unendlich dankbar!
Ja, auch über die vermeidlich anstrengenden Tage  und so manch eine schlaflose Nacht.
Ich bin dankbar dafür, dass so ein Wunder möglich ist!

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Warum bin ich auch für diese „schwierigen“ Situationen dankbar?

Ich habe 3,5 Jahre auf diese Aufgaben gewartet.
Ich habe mir gewünscht, diese Situationen meistern zu dürfen, ich habe mir gewünscht Mama zu sein, mit allem für und wider…
Doch als mein Mann und ich beschlossen haben, eine Familie zu gründen, konnten wir nicht ahnen, dass der Weg dahin nicht ganz so einfach werden würde.

*Ja, ich will!*

Alles fing damit an, dass wir nach unserer Hochzeit im August 2011 den Zeitpunkt als richtig erkoren haben, um zu „starten“. Gesagt, getan, die Pille war schnell abgesetzt und wir warteten ab, was passiert.
Im November 2011 dann Unterleibschmerzen, eine 5cm große Zyste am Eierstock.
Also erstmal „Pause“ und abwarten.
Nachdem die Zyste ab ging, wagten wir den nächsten Anlauf.
Aber nichts passierte, Monate vergingen…

*Das kann doch nicht so schwer sein?*

So langsam kamen die ersten Gedanken auf, „Könnte etwas nicht stimmen“?, „Machen wir irgendwas falsch“?, also ab zur Drogerie und für die nächsten Zyklen wurden Ovulationstests meine neuen besten Freunde.
Eisprung vorhanden, Monat für Monat, nur die Regel wollte nie ausbleiben.
Bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt fragte ich dann mal vorsichtig nach.
Der Bluttest ergab, dass der Eisprung und der Gehalt des Gelbkörperhormons (wichtig für die Einnistung) völlig in Ordnung sind.
Aber warum will es dann nicht klappen?

*Nachfragen und (liebgemeinte, nicht hilfreiche) Ratschläge*

„Wann wollt ihr denn endlich mal Kinder bekommen?“
„Du machst dir zu viel Druck! Denk einfach mal nicht daran, dann wird es schon klappen“
DANKE liebe klugen Ratschlaggeber, das fällt mir sicher ganz leicht & wird ganz sicher helfen… NICHT!
Zu Beginn habe ich ja keinen Druck gehabt und es hat dennoch nicht geklappt.
Ich fühlte mich als müsste ich mich rechtfertigen und „beweisen“, dass wir alles probieren (ja, inklusive „nicht daran denken“)

*Erstmal abschalten*

Mein Mann und ich nutzen die Zeit für schöne Urlaube und sahen uns noch eine Menge von der Welt an, aber so langsam wurden wir ungeduldig.
Meine Frauenärztin schickte uns für ein weiteres Jahr nach Hause mit der Begründung: „Sie sind ja noch sooooo jung.“
Eine künstliche Befruchtung würde zu dem Zeitpunkt nicht gezahlt werden (ich war 24).

*Die Überweisung in die Kinderwunschklinik*

Im August 2013 hatten mein Mann und ich dann endlich einen Termin bei der Kinderwunschklinik, es ging also zu Experten. Wir haben unser Problem wortwörtlich in die Hände der Spezialisten gegeben. Wir erhofften uns dann endlich Antworten auf all die Fragen.
Die bekamen wir auch…

*Diagnose Endometriose*

Die Bauchspiegelung im Oktober 2013 sollte Aufschluss darüber geben, was organisch nicht stimmt (hormonell war ja alles super).
Und siehe da, Endometriose, eine Gebärmutterkrankheit, die es schwierig macht, schwanger zu werden.
Der Vorteil: Eileiter und alles andere sind in Ordnung.
„Endometriose und vorallem der Grad den Sie haben, ist keine Diagnose, die eine Schwangerschaft unmöglich macht, es kann aber Jahre dauern. Wir helfen dem ganzen mal auf die Sprünge.“, so der Kinderwunschdoktor.
Ich bitte darum!

*Die Kräfte schwinden, die negativen Tests stapeln sich*

Es folgten Monate mit Clomifen-Tabletten zum Aufbau von Eizellen, Ovitrelle-Spritzen zum Auslösen des Eisprungs, Termine bei der KiWu-Klinik, Blutabnahmen und Ausreden auf Arbeit, da die Termine sehr oft in die Arbeitszeit fielen.
Im März 2015 hatten wir genug Fehlversuche, genug von Enttäuschungen und wollten nun endlich den Weg der künstlichen Befruchtung gehen. Wir haben uns zusammen mit den Arzt für eine IVF entschieden (In-Vitro-Fertilization, künstliche Befruchtung, bei der die Eizellen und Spermien in eine Schale zur Befruchtung gegeben & die befruchteten Eizellen dann ein paar Tage später direkt in die Gebärmutter zurück gegeben werden).

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*Die Vorbereitung auf die IVF*

Nach einem Zyklus mit der Pille (um den Zyklus runter zu regulieren), folgten 2 Wochen voller Spritzen, mehrmals täglich.
An Anfang noch mit viel Überwindungen verbunden, fühlte ich mich nachher schon sehr geübt & es ging ganz schnell.

*Die Hormone spielen verrückt*

… Das war tatsächlich so. Ich fühlte mich müde, gereizt, weinerlich (aus Angst, ob es klappt oder nicht), ausgelaugt, genervt, ich war ständig am Überlegen, ob nun alle Spritzen gespritzt sind für den Tag.
Spritzen kühlen, morgens die, mittags diese, abends die anderen…
Ohne Plan und abhaken hätte ich sicher das ein oder andere vergessen.
Dann die Punktion (Eizellentnahme) und 2 Tage später das Einsetzen von 2 Embryonen.
Wir hatten keine „Eisbärchen“ (Eizellen, die für spätere versuche eingefroren werden), denn von den 9 gewonnenen Eizellen waren nur 5 befruchtet worden und davon waren nur 2 „brauchbar“.

*Erster Hoffnungsschimmer*

Nach dem Einsetzen mussten wir 2 Wochen warten.
Eine Woche später bekam ich nachts ganz plötzlich Übelkeit, na super! Jetzt habe ich auch noch was falsches gegessen? Kann das die Schwangerschaft verhindern?
Oder… Moment mal!
Wir warten ja auf etwas!
Aber für einen Test ist es noch zu früh.
4 Tage vor Ausbleiben der Regel habe ich es nicht mehr ausgehalten & getestet. Tja, und da war sie… Die lang ersehnte 2. Linie, mit ihr Freudentränen und 3 weitere Tests, da ich es nicht glauben konnte.

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*Endlich schwanger, nun bekommen wir ein Baby, oder?*

Auch der Arzt bestätigte die Schwangerschaft, Bluttest positiv, Herzschlag zu sehen, Überweisung von der KiWu Klinik zur „normalen“ Frauenärztin.
Wow! Der Mutterpass. Endlich.

Und dann der Schock.
Eines morgens, frisches Blut in einer erschreckenden Menge…
Wars das jetzt?
Im Krankenhaus angekommen, klärte die Ärztin mich auf, dass ich wohl gleich kurz in den OP geschoben werde, zwecks Ausschabung.
Moment mal! Das wars?
„Nein, ich mache noch einen Ultraschall, um wirklich sicher zu gehen.“
Ja, ich bitte darum!
Ich fühlte mich nicht, als wenn mein kleines Wunder mich verlassen hat, auch wenn alle Zeichen dafür sprachen.
Auf dem Monitor dann die Erleichterung! Das Herzchen schlug, das kleine Menschlein, 2,3cm, bewegte sich & teilte sich den Platz in der Gebärmutter mit einem Hämatom, das 3x so groß ist.
Keiner wusste, wo das her kam.

Sämtliche Rätseleien machten keinen Sinn.
Lag es an der Endometriose?
Lag es daran, dass nur einer der beiden Embryos sich eingenistet hat?
Lag es an der IVF?
Woran?
Bis heute haben wir keine Antworten.
Das ist mittlerweile auch nicht mehr wichtig.
Aber während der 17 Wochen, die ich (Krankenhaus und zu Hause im Wechsel) lag, habe ich viel Zeit gehabt, mir diese Fragen zu stellen.

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*Das Hämatom ist weg!*

Und neue Probleme sind da.
Die Blutungen hörten auf, das Baby wuchs, mittlerweile eindeutig ein Mädchen, und der Gebärmutterhals verkürzte sich, viel zu früh, sodass das Krankenhausbett mal wieder zu meinem besten Freund wurde.
Ich bekam die Lungenreifespritze (autsch! Habe ich über die Spritzen zur Vorbereitung auf die IVF gemeckert? Die waren ein Witz dagegen)
Doch die Bettruhe half mir, dass der Gebärmutterhals stabil blieb.

*Zu guter Letzt ein Kaiserschnitt – auch das noch*

Auf jedem Ultraschallbild saß die kleine Prinzessin da, wie Buddha, kein einziges Mal in Geburtsposition.
Also wurde mir zum KS geraten.
Was stimmt denn nur nicht mit meinem Körper, dass ich vom Regen in die Traufe komme?
Aufgrund der ganzen Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, stimmte ich dem KS zu, ich traute mir auch keine spontane Geburt im Beckenendlage zu.

*Endlich bist du da*

Unsere kleine Maus erblickte bei 38+3 gesund und munter das Licht der Welt.
Wow! Was für ein Gefühl!
Stolz, glücklich, so voller Liebe…

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*Jetzt, aber jetzt ist wirklich alles perfekt & wir müssen und keine Sorgen mehr machen, oder?*

Pustekuchen! Jetzt fängt es erst richtig an.
Atmet sie noch in der Wiege?
Nimmt sie genug zu?
Hat sie die Bauchweh, weil ich vorhin ein Glas Wasser mit Kohlensäure getrunken habe?
Wieso pellt sich die Haut?
Habe ich sie warm genug angezogen?

Ich habe gelernt, dass die „Sorgen“ (und zugegeben, das sind zum Glück echt harmlose) nicht aufhören und das ganz sicher bis an unser Lebensende nicht.

*Aber jetzt ist wirklich alles perfekt!*

Ja, es ist perfekt, denn Mama zu sein, bedeutet für mich, in guten wie in schlechten Tagen, für das kleine Menschlein da zu sein und vor allem ihr bedingungslose Liebe zu schenken.
Ich bin dankbar, dankbar dafür eine Mama sein zu dürfen!
Und Mama zu sein ist perfekt!

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Wenn auch Du gerne hier mal etwas schreiben würdest, dann melde Dich gerne unter trueprincessblog@gmx.de

 

 

 

 

 

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