Allgemein · Gedanken und Geschichten

Bitte geh nicht… Wenn die Welt aus den Angeln gehoben wird!

Und plötzlich sind sie da, die Verlustängste!

Für Mia war alles immer selbstverständlich, mit einer Selbstsicherheit ging sie bisher durchs Leben, die ich oft bewundert habe.

Mia kann improvisieren und ist durch nichts so leicht aus der Ruhe zu bringen ( zumindest nach außen hin) .

Neulich gab es zum Beispiel Spielzeug-Tag im Kindergarten! Naja und was soll ich sagen, wir haben es total vergessen, ich hab den Kindergartenaushang überlesen und auch Jens hatte leider nichts mitbekommen!…

Also hatte Mia nichts dabei! Aber da holt sie schnell ihr Conni- Pixibuch aus ihrer Jackentasche, legt es in die Mitte vom Stuhlkreis und sagt“ Das ist mein Spielzeug, denn auch ein Buch kann ein Spielzeug sein!“ 

Dafür bewundere ich sie wirklich! Andere Kinder wären vielleicht traurig gewesen, nicht ihr Lieblingsspielzeug dabei zu haben,aber Mia ist wirklich cool in solchen Situationen.

Trotzdem ist sie eine ganz sensible Seele…. Und so war es zwar schlimm für uns zu sehen, aber eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass der Tod von Oma&Opa’s Hund sie tief erschüttert hat!

Sie war vorher noch nie mit dem Thema Tod in Berührung gekommen und musste mehrfach nachfragen, ob man nie wiederkommt, wenn man gestorben ist!

Sie redet viel mit Joey, sagt jedem dass er ihn grüßen soll ( damit meint sie Grüße in den Himmel schicken, damit jeder an ihn denkt und ihn nicht vergisst, wie sie mir erklärt hat) und man merkt deutlich, dass es in ihr noch arbeitet!

Der Tag an dem Joey starb lief auch nicht so schön ab. 

Sie wusste, dass es ihm nicht gut geht und er zum Arzt muss. Sie war den Tag bei Oma und Opa zu Besuch und sollte eigentlich schon längst abgeholt sein, wenn Joey zum Tierarzt gebracht werden sollte, der Tierarzttermin wurde vorverlegt und so blieb sie bei Oma Ingi  (ihrer Uroma) und Oma&Opa brachten den Hund zum Tierarzt! Sie hat sich wohl verabschiedet, aber eben nicht so richtig, da sie ja dachte er kommt den nächsten Tag wieder!

Naja und als ich ihr am Abend erklärte, dass Joey jetzt im Himmel ist, brach mein kleines Mädchen völlig zusammen! Wir weinten gemeinsam den ganzen Abend, erzählten uns Geschichten von Joey und schliefen zusammen im Bett ein!

Aber seit diesem Tag ist ein kleines Stück Urvertrauen, Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit von Mia verloren gegangen.

Im Kindergarten fällt es ihr wirklich schwer sich morgens von Papa zu trennen, was wir so gut wie nie hatten und auch vorgestern Abend, gab es ein Gespräch, was mich tief berührt hat! 

Was, glaube ich, ganz wichtig beim Trauern ist, ist das Abschiednehmen. Da sie das aber nicht hatte, weil sie ja dachte der Hund geht nur zum Arzt und kommt dann wieder, haben wir heute ein „Verabschiedungsfest“ veranstaltet.

Bei uns im Garten… Wir haben zwei Herzen aus Ton gekauft und eine Grabkerze. Es gab Muffins, Waffeln, Kuchen und anschließend noch Spaghetti Bolognese.

Es verlief alles ein bisschen anders als geplant, da Mia die Luftballons mit den guten Wünschen und Grüßen nicht steigen lassen wollte (das hat sie in dem Moment dann doch überfordert!).

Aber trotz des Chaos nun hat Mia immer eine Anlaufstelle im Garten, wenn sie traurig ist und mit Joey reden möchte.

 Wir versuchen ihr nun einfach die Zeit zu geben, die sie braucht, ihr aufmerksam zu zuhören und vielleicht auch zwischen den Zeilen zu lesen und ihr immer wieder klarmachen, dass wir immer für sie da sind und sie keine Angst haben braucht, dass wir nicht mehr da sind!

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