Allgemein · Mütter wie Du & ich - Gastbeiträge

Das Lachen verloren / Gastbeitrag von Anne

Als ich einigen Wochen von Anne eine Mail bekam freute ich mich riesig, denn wir kannten uns noch aus meiner Münchner Schulzeit.

Sie war ein lustiges, Mädchen, mit großen braunen Locken, dem Herz am rechten Fleck und einer dermaßen gewinnenen Art, dass sie überall bekannt und beliebt war.

Ihr Anliegen machte mich zum Einen traurig, zum Anderen freue ich mich sehr, dass sie ihr Gefühlsleben mit uns teilt. Es ist nicht immer alles  eitel Sonnenschein und Mama sein ist auch mal stressig, dass weiß wohl jeder von uns, aber manchmal tut es auch gut, wenn es jemand offen ausspricht!

Ich bin Anne und 32 Jahre alt. Ich bin Werbegrafikerin und habe in den letzten Jahren viele große Anzeigenkampagnen betreut!

Vor fast 8 Jahren traf ich meine große Liebe. Zwei Jahre später folgte unser Sohn, dann die Hochzeit und weitere drei Jahre später machte unsere Tochter, unsere Familie und unser Glück perfekt. So schien es zumindest am Anfang!

Nach unserem Sohn hatte ich freiberuflich noch etwas weitergearbeitet, aber ich bekam nur noch die „kleinen Fische“, was zwar verständlich, aber auch irgendwie unbefriedigend war. Als „Mini“ kam, hörte ich komplett auf und unterstütze seither nur meinen Mann, der selbständig in der IT-Branche ist.

Eigentlich könnte alles perfekt sein, „Maxi“ ist in der ersten Klasse und „Mini“ kommt im Sommer in den Kindergarten.

Da es hier in München mit den Kitaplätzen etwas schwierig ist, habe aus der Not eine Tugend gemacht und so ist „Mini“ die ersten drei Jahre zu Hause bei mir.

Ich lebe in einem tollen Einfamilienhaus am Stadtrand, habe einen wundervollen Mann und zwei gesunde Kinder. Eigentlich müsste ich doch glücklich sein! Ja, eigentlich, aber das bin ich nicht.

Denn ich habe mein Lachen verloren, früher war ich eigentlich immer am lächeln, am Lachen, war eine fröhliche junge Frau.

Inzwischen, fast ein Jahrzehnt später, ist „fröhlich“ nicht zwingend das erste Wort, das mich am treffendsten bezeichnet. Ich bin angestrengt. Den ganzen Tag, von allem und jedem!

Manchmal möchte ich am liebsten zur Tür herausspazieren und gehen. Vielleicht nur für ein paar Stunden, für eine Woche, vielleicht für immer.

Nicht, dass Ihr mich falsch versteht, ich liebe meinen Mann und meine Kinder und würde sie nie alleine lassen, aber manchmal, ja da kommen mir solche Gedanken.

Natürlich ist mir bewusst, dass es Leute gibt, die es „schwerer“ haben, Leute, die mehr Kinder oder Geldsorgen haben. Menschen die krank sind und schwere Schicksalsschläge hinter sich haben.

Aber ich wollte Euch Mut machen, denn es ist okay, wenn man mal die Schnauze voll hat und zwar von allem! 

Ich habe eine Auszeit für mich gefunden. Seit einiger Zeit gehe ich zum Yoga (die bieten sogar Kinderbetreuung an) und ich schreibe fleißig Bewerbungen, damit ich im Sommer wieder in meinen Job einsteigen kann, denn auch wenn das eigentlich noch mehr Stress bedeutet, kann ich nicht ohne und freue mich schon wahnsinnig auf den Ausgleich zum Mamas ein!

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