Allgemein · Gedanken und Geschichten

Vom Verlieren und Wiederfinden

Verlieren…. manchmal ist es so schwierig auf alles acht zu geben, Hausschlüssel, Schnuller, aber vor allem sich selbst. 

Denn als Mama von zwei Kindern steht man doch irgendwie immer unter Strom. Ist die eine glücklich und zufrieden, ist da noch eine kleine Person, die entweder Blödsinn macht oder auf 1000 andere Weisen mir den letzten Nerv raubt. 

Denn nur weil es „plötzlich“ eine Person mehr im Haus gibt, heißt es ja nicht, dass alle anderen keine „Bedürfnisse“ oder Wünsche haben und die Welt still steht. 

Manchmal ist alles so anstrengend, dass man sich selbst verliert, dass man einfach keine Zeit hat… für nichts. Der Spagat zwischen Kindern, Job, Haushalt und Ehe wird dann zum Kraftakt. Man hat das Gefühl nichts und niemandem gerecht zu werden und vor allem nicht sich selbst.

Wahrscheinlich ist das normal und es geht jedem mal so. Denn der Tag hat nunmal nur 24 Stunden und irgendwas oder irgendwer kommt immer zu kurz.

Ich saß neulich mit einigen Mehrfachmüttern am Tisch. Wir tranken, aßen und erzählten und plötzlich sagt die eine „Wäre die erste, wie die zweite gewesen, hätten wir bestimmt keine zwei Kinder bekommen.“ Ein kurzes Schweigen, „Ja, auf jeden Fall“ stimmte die nächste mit ein und die dritte ergänzt „Ich hatte mir das auch nicht so anstrengend vorgestellt“. Ich muss grinsen, denn es kam kein betretenes Schweigen auf. Keiner dachte „oh Gott, wie kann sie das nur sagen.“, denn manchmal ist es so. Und manchmal tut es gut Dinge auszusprechen, die man nur gedacht hat und man merkt, dass man gar nicht so alleine ist mit seinen Gedanken.

Jede der Frauen am Tisch hat wirklich tolle Kinder, aber jedes von ihnen ist eben ein eigenständiger Charakter und nur weil man eine Familie ist, heißt es nicht immer dass man all diese Charaktere problemlos unter einen Hut bekommt.

Wir saßen also da und erzählten, von den nervenaufreibenden  und anstrengenden Tagen, von den schönen Momenten, die einen alles wieder vergessen lassen und über uns.

Ich habe mich so gefreut, dass jede auch einfach mal über sich erzählte, denn nur weil man Mutter und Ehefrau und Workingmom ist, ist man ja auch noch ein eigenständiger Mensch. 

Es gibt Tage bei uns in der Familie, da reden wir nur mit den Kindern. Da sind die Kinder, in den zwei Stunden, die Papa zu Hause ist, so auf ihn fixiert und aufgeregt ( was ja auch verständlich ist), da kommen wir zu nichts. Da bleibt man nicht nur alleine auf der Strecke, sondern auch als Paar. Dann telefonieren wir abends meistens nochmal, wenn Jens wieder bei der Arbeit ist und die Mädels schlafen.

Denn auch wenn wir Eltern mit Leib und Seele sind, so sind wir trotzdem ein Ehepaar und können nicht nur funktionieren und nebeneinander herleben.

Es ist wichtig das Reden nicht zu verlieren und das Lachen. Das Gemeinsame, das Funkeln, weshalb man sich in den anderen verliebt hat. Und es ist so schwierig sich bewusst dafür die Freiräume zu schaffen, aber es lohnt sich. Auch wenn es auch nur mal die zehn Minuten am Abend für das Telefonat sind, in denen man fragt, wie der Tag des anderen so war, wie es ihm geht und vielleicht einfach von seinem Tag erzählt.

Ein Tag an dem man auch versucht hat sich selbst nicht zu verlieren im Alltagsstress, sich fünf Minuten während des Mittagsschlaf rausgezogen hat. Einfach mal auf der Terasse stand, in den Himmel geschaut hat und die die frische Herbstluft eingeatmet hat. Und mit jedem Atemzug ein bisschen mehr sich selbst gefunden hat. 

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